Jeremia 31,9

Sie werden weinend kommen, aber ich will sie trösten und leiten.

 

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Es ist zum Heulen! Pünktlich zum Start des grauen Monats November, der so furchtbar trüb, melancholisch und bleischwer daherkommt, auch noch dies: der nächste Lockdown steht ins Haus. In Kultur, Sport und Freizeit gehen die Rollläden runter, in der Gastronomie ist es nicht anders und am besten sollten alle vermeidbaren Kontakte den ganzen November über unterlassen werden. Schon jetzt ist klar: der „stille Monat“ November wird seinem Namen alle Ehre machen…

Ich weiß nicht, ob Sie sich schon einen „Plan B“ für die kommenden Wochen zurechtgelegt haben. Ich persönlich habe mir fest vorgenommen, statt Fußball-Training bei den Alten Herrn jede Woche meine Joggingschuhe zu schnüren. Vielleicht sieht man sich ja zwischen Sankt Peter und Metterzimmern, wenn ich meine Runden drehe.

Es gibt auch nicht wenige Leute, die gar keinen Plan mehr sehen, vor allem nicht bei den Politikern. Sie haben sicherlich schon gehört von den sog. Querdenkern, die vor allem hier bei uns im Land ihren Ursprung haben. Der SWR hat letzte Woche eine Reportage gezeigt und die Frage gestellt: Woher kommt eigentlich der Frust im Südwesten?

Noch viel entscheidender als die Pläne der Politiker ist jedoch die Nachricht, dass Gott einen Plan hat. Ganz allgemein mit dieser Welt. Aber auch ganz konkret mit diesem November und mit uns, die wir in diesem Monat stehen.

Der Monatsspruch für November redet in ergreifender Weise von diesem Plan Gottes und spricht durch den Propheten Jeremia zu seinem Volk Israel: „Sie werden weinend kommen, aber ich will sie trösten und leiten“ (Jeremia 31,9).

Mitten hinein in die Losigkeit ihres Lebens, der Planlosigkeit, der Hoffnungslosigkeit und der Zukunftslosigkeit, verspricht Jeremia seinen Landsleuten:

Gott hat sein Volk nicht vergessen! Die Zeit der babylonischen Gefangenschaft wird ein Ende haben. Die Heimführung wird kommen.

Gott ist ein Gott, der die Menschen trösten und leiten will. – Und wir? Was sollen wir eigentlich tun? Es heißt hier: „Sie werden weinend zu mir kommen.“ – Haben Sie das schon mal gemacht? Mit tränenerstickter Stimme gebetet? Ihr Herz vor ihm ausgeschüttet?

Von König David heißt es, dass er ein Mann nach dem Herzen Gottes war. In einem seiner Psalmen hat er zu Gott gefleht: „Sammle meine Tränen in deinen Krug; ohne Zweifel, du zählst sie“ (Ps 56,9). Es liegt ein großes Versprechen in unseren Tränen, die wir Gott hinhalten: „Die mit Tränen säen, werden mit Freuden ernten“ (Ps 126,5). Dann werden aus unseren Tränen Freudentränen.

Von einem syrischen Theologen aus dem 4. Jahrhundert stammt der Ausspruch: "Ein Gesicht, mit Tränen gewaschen, ist unsagbar schön."

In diesem Sinne: Kommen Sie gut durch den November!
Ihr Carsten Buhr