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Wenn man die Titel der Jahresrückblicke großer Zeitungen liest, dann gewinnt man den Eindruck, eine Jahres-Abrechnung vorliegen zu haben. Weniger finanzieller Art, als vielmehr juristischer Natur im Sinne einer Generalabrechnung des zu Ende gegangenen Jahres 2020.

Die ZEIT schreibt: „2020: Danke für nichts – oder?“

Der SPIEGEL notiert: »Schöne Momente? Ach Gott…«

Die FAZ titelt: „Ein Jahr, das niemand je vergessen wird“

Die Frankfurter Rundschau stellt bei ihrem Jahresrückblick sogar die Frage: „Was bleibt außer Corona und Hass?“

Der Kabarettist Dieter Nuhr hat seinen Jahresrückblick mit den zynischen Worten eingeleitet: „Das Jahr ist bald vorbei und das ist das Beste, was man über dieses Jahr sagen kann.“

Ich habe mich gefragt: Wie könnte so eine Rückblende aus christlicher Perspektive aussehen? Ein Fazit, das nicht in Schönfärberei einen frommen Mantel legt um dieses tatsächlich sehr schwere Jahr! Aber das doch weiter sieht als nur die nüchterne Bestandsaufnahme dieses Jahres!

Das Wort, das über diesen Altjahrsabend steht, ist so ein Leitsatz. Nicht nur vor dem Hintergrund des vergangenen Jahres, sondern für unser christliches Leben überhaupt:

„Meine Zeit steht in deinen Händen“. (Psalm 31,16)

Man muss kein Philosoph sein, um zu erkennen, dass zum normalen Leben verschiedene Phasen gehören. Wie Jahreszeiten sind uns bestimmte Lebensabschnitte verordnet. Von Geburt an bis zum Tod sind wir einer unberechenbaren Abfolge von Veränderungen unterworfen, die insgesamt den Plan Gottes mit uns ausmachen. Im Urtext des Psalms steht das Wort „Zeit“ deshalb auch in der Mehrzahl: „Meine Zeiten stehen in deiner Hand“.

Für den modernen, diesseitsbezogenen und selbstbestimmten Menschen ist dieser Satz eine Katastrophe. Aber wer sein Leben dem Schöpfers des Himmels und der Erde verdankt, der weiß sich und sein Leben geborgen in Gottes Hand. Der muss die bösen Tage nicht einem unpersönlichen Schicksal zuschieben und muss auch nicht alles verstehen und erklären.

Es ist tröstlich zu wissen, dass die Zeiten und Tage unseres Lebens nicht auf dem Müllhaufen der Geschichte landen wie leere Joghurtbecher.

Das vergangene Jahr können wir vertrauensvoll in Gottes Hand zurücklegen. Dort ist es gut aufgehoben. Was in seiner Hand steht, das kann ihm keiner entreißen!

Und in der Gewissheit, dass alles im Leben seine Zeit hat, können wir getrost an der Hand Gottes ins neue Jahr gehen.

Einen guten Start ins neue Jahr wünscht Ihnen

Carsten Buhr